Raus aus der Austauschbarkeit: Wie eine klare Positionierung im Marketing Ihr Agenturgeschäft transformiert
Kennen Sie das Gefühl? Ihre Agentur oder Sie als Freelancer liefern exzellente Arbeit, doch am Ende des Tages landen Sie immer wieder im Preiskampf. Anfragen vergleichen Ihr Angebot mit Dutzenden anderen, die auf den ersten Blick dasselbe tun. Sie sind fachlich brillant, aber für den potenziellen Kunden nur eine weitere austauschbare Option in einem überfüllten Markt.
Dieser ständige Rechtfertigungsdruck zehrt an den Nerven und drückt die Margen. Statt sich auf strategische Partnerschaften zu konzentrieren, verbringen Sie zu viel Zeit damit, Ihre Preise zu verteidigen. Die Lösung liegt nicht darin, noch mehr zu leisten, sondern darin, Ihre Leistung endlich unübersehbar und einzigartig zu machen. Der Schlüssel dazu ist eine strategische Positionierung im Marketing.
* Warum ist sie entscheidend? Eine klare Positionierung befreit Sie aus der Preisfalle, zieht Ihre idealen Kunden an und ist das Fundament für nachhaltigen Erfolg und höhere Margen.
* Was erwartet Sie hier? Dieser Guide führt Sie durch die Analyse, Strategieentwicklung und Kommunikation, um eine einzigartige Positionierung für Ihr Unternehmen zu erarbeiten – mit praxisnahen Tipps für Agenturen und Freelancer.
Was genau bedeutet Positionierung im Marketing?
Positionierung im Marketing ist die bewusste und strategische Steuerung, wie Ihre Marke, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung von Ihrer Zielgruppe wahrgenommen werden soll. Es geht darum, in den Köpfen Ihrer potenziellen Kunden einen festen, unverwechselbaren und positiven Platz zu besetzen. Eine erfolgreiche Positionierung beantwortet die Frage: „Warum sollte ein Kunde ausgerechnet bei Ihnen kaufen und nicht bei der Konkurrenz?“ Sie ist das Fundament Ihrer gesamten Marketing-Strategie und der Schlüssel zum Erfolg.
Der unsichtbare Hebel: Warum eine strategische Positionierung über Ihren Erfolg entscheidet
Viele Unternehmen, besonders im Dienstleistungssektor, vernachlässigen das Thema Positionierung. Sie definieren, was sie tun, aber nicht, für wen und warum sie die beste Wahl sind. Das Ergebnis ist ein lautes Rauschen, in dem alle gleich klingen. Eine strategische Positionierung ist Ihr mächtigstes Werkzeug, um aus diesem Rauschen auszubrechen.
In der Praxis hat sich immer wieder gezeigt, dass Agenturen mit einer spitzen Positionierung nicht nur profitabler sind, sondern auch mehr Freude an ihrer Arbeit haben. Sie müssen nicht mehr jedem Auftrag hinterherjagen, sondern können sich auf die Projekte konzentrieren, die wirklich zu ihren Stärken passen. Aus meiner Sicht ist eine klare Positionierung der entscheidende Hebel, um der Preisfalle zu entkommen und endlich als Experte statt als austauschbarer Dienstleister wahrgenommen zu werden.
Die Vorteile für Ihr Unternehmen liegen auf der Hand:
- Sie werden unvergleichbar: Statt über den Preis wird über Ihren einzigartigen Nutzen und Ihre Expertise gesprochen. Sie definieren eine eigene Kategorie im Kopf des Kunden.
- Sie ziehen Wunschkunden an: Eine klare Positionierung wirkt wie ein Magnet auf die richtige Zielgruppe – also jene Kunden, die Ihren Wert verstehen und bereit sind, dafür zu bezahlen.
- Sie schaffen die Grundlage für Premium-Preise: Echte Spezialisierung und ein klares Nutzenversprechen rechtfertigen höhere Preise. Sie verkaufen keine Stunden mehr, sondern Lösungen für spezifische Probleme.
- Ihr Marketing wird einfacher und effektiver: Wenn Sie genau wissen, wofür Sie stehen und wen Sie ansprechen, werden alle weiteren Marketing-Maßnahmen – vom Content bis zur Anzeige – zielgerichteter und wirksamer.

In 3 Schritten zur einzigartigen Positionierung: Eine praktische Anleitung
Eine starke Positionierung entsteht nicht durch Zufall, sondern ist das Ergebnis eines strategischen Prozesses. Dieser lässt sich in drei klare Phasen gliedern: Analyse, Strategieentwicklung und Kommunikation. Indem Sie diese Schritte systematisch durchlaufen, schaffen Sie ein robustes Fundament, das weit über einen bloßen Slogan hinausgeht. Sie erarbeiten eine authentische und marktrelevante Identität, die bei Ihren Wunschkunden Anklang findet und Sie vom Wettbewerb abhebt.
Schritt 1: Die Analyse-Phase – Das Fundament Ihrer Strategie
Bevor Sie entscheiden können, wohin Sie wollen, müssen Sie genau wissen, wo Sie stehen. Die Analysephase ist die wichtigste und oft am meisten unterschätzte Stufe. Hier geht es um brutale Ehrlichkeit und eine datengestützte Betrachtung von drei Kernbereichen: Ihrem eigenen Unternehmen, Ihrer Zielgruppe und Ihren Wettbewerbern.
Ein Detail, das Anfänger oft übersehen, ist die ungeschönte Bewertung der eigenen Schwächen. Viele Agenturen listen nur auf, was sie alles können. Der entscheidende Schritt ist aber zu definieren, was Sie bewusst nicht tun. Fragen Sie sich: Bei welchen Projekten erzielen wir die besten Ergebnisse mit der größten Freude? Welche Anfragen kosten uns überproportional viel Energie und Marge? Ihre wahren Stärken liegen oft genau dort, wo Ihre Leidenschaft und Ihre höchste Kompetenz aufeinandertreffen.
Im nächsten Schritt ist eine präzise Zielgruppenanalyse im B2B-Kontext unerlässlich. Vergessen Sie vage Beschreibungen wie „KMUs aus dem deutschsprachigen Raum“. Gehen Sie tiefer: Was sind die konkreten Schmerzpunkte und ungelösten Probleme Ihrer idealen Kunden? Was sind ihre Geschäftsziele, ihre Ängste, ihre Wünsche? Je genauer Sie das Profil Ihres Wunschkunden kennen, desto schärfer können Sie Ihre Botschaften formulieren.
Zuletzt folgt die Wettbewerbsanalyse. Hier geht es nicht darum, andere zu kopieren, sondern darum, Marktlücken und Differenzierungspotenziale zu identifizieren. Schauen Sie sich an, wie sich Ihre direkten und indirekten Konkurrenten positionieren. Welche Botschaften senden sie? Welche Nischen besetzen sie bereits, und – noch wichtiger – welche lassen sie unberührt? Der enorme Preisdruck im Agenturmarkt ist kein Geheimnis. Laut dem GWA Frühjahrsmonitor 2024 sehen über 70 % der Agenturen den Preiswettbewerb als zentrale Herausforderung. Ihre Analyse ist der Kompass, mit dem Sie gezielt eine profitable Nische finden und diesem Druck entkommen.
Schritt 2: Die Strategie-Phase – Ihre Positionierung definieren
Mit den Erkenntnissen aus der Analyse-Phase treffen Sie nun die strategischen Entscheidungen. Es geht darum, die Informationen über sich, Ihre Kunden und den Wettbewerb zu einer klaren Positionierung zu verdichten. Das Ziel ist es, den „Sweet Spot“ zu finden: die Schnittmenge aus dem, was Sie exzellent können, was Ihre Wunschkunden dringend benötigen und was der Wettbewerb nicht oder nur schlecht anbietet. Diese Phase verwandelt rohe Daten in eine scharfe, marktrelevante Identität.
Das Herzstück Ihrer Strategie ist eine überzeugende Value Proposition. Hier geht es nicht um eine langweilige Liste von Dienstleistungen, sondern um das konkrete, emotionale Ergebnis, das Sie liefern. Übersetzen Sie Ihre Merkmale in einen greifbaren Kundennutzen. Statt „Wir machen Social-Media-Marketing“ sagen Sie: „Wir bauen für B2B-Tech-Unternehmen eine loyale Community auf, die zu qualifizierten Leads führt.“ Das ist Ihr zentrales Markenversprechen.

Im Anschluss spitzen Sie dieses Versprechen zu einem Alleinstellungsmerkmal zu. Ihre Aufgabe ist es, einen einzigartigen und leicht verständlichen USP zu formulieren. Was macht Sie wirklich anders? Ist es Ihr proprietärer Prozess, eine extreme Spezialisierung auf eine Nischen-Technologie oder ein einzigartiges Garantiemodell? Meiner Erfahrung nach ist der größte Fehler, zu viele Argumente kommunizieren zu wollen. Wählen Sie das eine, entscheidende Argument, das für Ihre Zielkunden den größten Unterschied macht. Dieser eine Punkt wird zum Anker Ihrer gesamten Marketing-Kommunikation.
Ihre gesamte strategische Vorarbeit fließt in Ihre Positionierungsaussage. Sie dient als interner Leitstern für Ihr gesamtes Team und stellt sicher, dass alle an einem Strang ziehen. Eine bewährte Formel dafür lautet: Für [Ihre Zielgruppe], die [spezifisches Problem/Wunsch] hat, ist [Ihre Agentur] der einzige [Ihre Kategorie], der [Ihr einzigartiger Nutzen/USP] bietet. Diese Übung zwingt zur Präzision und ist ein zentraler Baustein, um eine kohärente Markenidentität zu entwickeln.

Diese Klarheit verschafft Ihnen einen enormen Wettbewerbsvorteil. Wenn Sie nicht mehr „eine weitere SEO-Agentur“, sondern „die Spezialisten für organische Sichtbarkeit von Anwaltskanzleien“ sind, verlagert sich das Gespräch vom Preis zum Wert. Diese Form der Spezialisierung ist ein bekannter Erfolgsfaktor für Dienstleister. So zeigt beispielsweise das Institut für Mittelstandsforschung Bonn regelmäßig auf, dass spezialisierte Unternehmen oft resilienter und profitabler sind. Ihre scharfe Positionierung ist somit die direkte Grundlage für durchdachte Preisstrategien für Dienstleistungen.
Schritt 3: Die Kommunikations-Phase – Ihre Positionierung sichtbar machen
Eine brillante Strategie ist wertlos, wenn sie in der Schublade bleibt. In der Kommunikations-Phase geht es darum, Ihre erarbeitete Positionierung in die Welt zu tragen – und zwar konsistent über alle Kanäle. Jeder Kontaktpunkt, den ein potenzieller Kunde mit Ihrer Agentur oder Ihnen als Freelancer hat, muss Ihr Markenversprechen atmen und stärken.
Ich empfehle an dieser Stelle meistens, mit der eigenen Webseite als Fundament zu beginnen. Sie ist Ihr digitales Schaufenster und der Ort, an dem Sie die volle Kontrolle haben. Jede Überschrift, jeder Text und jeder Call-to-Action muss Ihre Positionierung widerspiegeln und die Frage „Warum Sie?“ klar und überzeugend beantworten.
Darauf aufbauend wird Ihre Positionierung zum Leitstern für Ihre gesamte B2B-Markenstrategie. Durch gezieltes Content-Marketing, das laut einer Studie von scontent und Statista für 89% der B2B-Unternehmen eine hohe strategische Relevanz hat, beweisen Sie Ihre Kompetenz und untermauern Ihren Expertenstatus. Auch Ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken sind essenziell, um ein glaubwürdiges Personal Branding aufzubauen, das auf die Unternehmenspositionierung einzahlt.
Die größte Herausforderung ist die absolute Konsistenz. Jede E-Mail-Signatur, jeder Messeauftritt und jedes Verkaufsgespräch muss dieselbe klare Botschaft transportieren. Nur so verankert sich Ihre Marke nachhaltig und unverwechselbar in den Köpfen Ihrer Zielkunden und wird zu einem echten Wettbewerbsvorteil.
Fazit: Positionierung ist der Kompass, nicht die Landkarte
Raus aus der Austauschbarkeit, rein in die Expertenliga – das ist das Versprechen einer strategischen Positionierung. Sie ist mehr als ein Marketing-Buzzword; sie ist die unternehmerische Entscheidung, für etwas Bestimmtes zu stehen und für eine bestimmte Gruppe von Kunden die beste Lösung zu sein. Dieser Fokus ist Ihr Schutzschild gegen den Preiskampf und Ihr Motor für profitables Wachstum.
Eine klare Positionierung gibt Ihnen Klarheit für Ihre eigenen Entscheidungen, verschafft Ihnen Relevanz bei Ihren Wunschkunden und sichert Ihnen langfristig Profitabilität in einem hart umkämpften Markt. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre Einzigartigkeit zu definieren und sie der Welt zu zeigen. Ihre zukünftigen Lieblingskunden warten bereits auf Sie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Positionierung und Branding?
Die Positionierung ist der strategische Denkprozess, der festlegt, welchen Platz Ihre Marke im Kopf des Kunden einnehmen soll. Das Branding ist die kreative Umsetzung (z.B. Logo, Design, Tonalität), die diese Positionierung erlebbar macht. Die Positionierung ist das „Was“, das Branding ist das „Wie“.
Wie oft sollte eine Agentur ihre Positionierung überprüfen?
Aus meiner Sicht hat sich eine jährliche Überprüfung im Rahmen der strategischen Jahresplanung bewährt. Bei gravierenden Marktveränderungen, neuen Wettbewerbern oder einer internen Neuausrichtung sollten Sie Ihre Positionierung allerdings sofort auf den Prüfstand stellen, um agil zu bleiben.
Ist eine spitze Positionierung nicht riskant für kleine Agenturen?
Im Gegenteil. Für kleine Agenturen und Freelancer ist eine spitze Positionierung die größte Chance, sichtbar zu werden. Der Versuch, alles für jeden anzubieten, führt zur Unsichtbarkeit und zum Preiskampf mit größeren Wettbewerbern. Spezialisierung schafft Autorität und Anziehungskraft.
Was sind die ersten Anzeichen für eine schwache Positionierung?
Typische Anzeichen sind häufige Preisdiskussionen, eine hohe Anzahl unpassender Anfragen und das Gefühl, die eigene Leistung ständig rechtfertigen zu müssen. Wenn Sie oft hören „Das macht Agentur XY aber günstiger“, ist das ein Warnsignal, dass Ihr Wert nicht klar kommuniziert wird.