Done for You vs. Done with You: Die strategische Entscheidung, die das Schicksal Ihrer Agentur bestimmt
Als Agenturinhaber oder Freelancer stehen Sie ständig vor einer entscheidenden Frage: Wie erbringen Sie Ihre Dienstleistung? Überlassen Sie dem Kunden die Umsetzung oder nehmen Sie ihm alles ab? Die Wahl zwischen einem „Done for You“ (DFY) und einem „Done with You“ (DWY) Modell ist weit mehr als eine operative Detailfrage. Sie definiert Ihre Kundenbeziehung, Ihre Preisstruktur und letztlich die Skalierbarkeit Ihres gesamten Geschäfts.
Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, doch der falsche Weg für den falschen Kunden führt unweigerlich zu Frustration auf beiden Seiten. Dieser Artikel beleuchtet die feinen, aber entscheidenden Unterschiede und hilft Ihnen, das perfekte Modell für Ihr Business zu finden.
* Done with You (DWY): Sie agieren als Coach oder Partner. Sie leiten den Kunden an und befähigen ihn, die Aufgaben (teilweise) selbst zu erledigen. Ideal für Kunden, die lernen und wachsen wollen.
* Die Wahl: Hängt von der Zielgruppe, dem Service und Ihren strategischen Zielen ab.
* Strategie: Eine Kombination beider Modelle, oft in Form einer Produkt-Treppe, kann das Umsatzpotenzial maximieren.
Was ist das „Done for You“ (DFY) Modell?
Das „Done for You“-Modell ist der Klassiker unter den Agenturdienstleistungen. Der Name ist Programm: Sie erledigen die Arbeit für den Kunden. Dieser kauft nicht nur Ihre Expertise, sondern vor allem ein fertiges Ergebnis und die damit verbundene Zeitersparnis. Von der Erstellung einer kompletten Marketingkampagne bis zur monatlichen SEO-Betreuung – der Kunde gibt die Verantwortung ab und Sie liefern.
- Vorteile: Klare Ergebnisse, hohe Zeitersparnis für den Kunden und oft höhere Margen für Sie, da Sie den gesamten Prozess kontrollieren. Dieses Modell lässt sich durch klare Prozesse hervorragend systematisieren, was ein wichtiger Schritt zur Dienstleistung-Standardisierung ist.
- Nachteile: Der Kunde lernt nichts über den Prozess, was zu einer hohen Abhängigkeit führt. Es besteht die Gefahr von Missverständnissen, wenn die Erwartungen anfangs nicht präzise geklärt werden. Der Preis ist naturgemäß höher.
- Ideal für: Unternehmen, die schnell Ergebnisse sehen wollen, keine internen Ressourcen haben und bereit sind, für eine Komplettlösung zu bezahlen.

Was verbirgt sich hinter „Done with You“ (DWY)?
Das „Done with You“-Modell ist ein kollaborativer Ansatz. Hier sind Sie weniger reiner Umsetzer, sondern vielmehr ein strategischer Partner, Mentor oder Coach. Sie stellen Ihr Wissen, Ihre Werkzeuge und Ihre Anleitung zur Verfügung, aber der Kunde (oder sein Team) ist aktiv in die Umsetzung involviert. Das Ziel ist nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Befähigung des Kunden.
Meiner Erfahrung nach führt der DWY-Ansatz oft zu nachhaltigeren Erfolgen und einer stärkeren Kundenbindung. Wenn der Kunde die Strategie hinter den Maßnahmen versteht, steigt die Wertschätzung für Ihre Arbeit enorm. Studien zeigen zudem, dass ein gelungener Wissenstransfer die Innovationsfähigkeit von Unternehmen signifikant steigert, ein Kernelement des DWY-Ansatzes (Quelle: IfM Bonn).
- Vorteile: Stärkt die Kundenkompetenz und -unabhängigkeit. Führt oft zu tieferen, langfristigen Partnerschaften. Kann als Einstiegsprodukt für spätere DFY-Services dienen.
- Nachteile: Erfordert aktives Engagement und Zeit vom Kunden. Der Erfolg hängt stark von der Lern- und Umsetzungsbereitschaft des Kunden ab. Der Prozess ist weniger standardisierbar.
- Ideal für: Kunden, die langfristig eigene Kompetenzen aufbauen wollen, über interne Ressourcen für die Umsetzung verfügen und einen Partner auf Augenhöhe suchen.
DFY vs. DWY: Welches Modell passt wann am besten?
Die Entscheidung zwischen den beiden Modellen ist keine Frage von „besser“ oder „schlechter“, sondern von „passend“. Um die richtige Wahl für Ihr Portfolio zu treffen, sollten Sie drei Kernbereiche analysieren:
1. Der Schmerzpunkt des Kunden
Hat Ihr Kunde ein Ressourcenproblem (zu wenig Zeit, keine Mitarbeiter)? Dann schreit alles nach einer DFY-Lösung. Er will das Problem einfach gelöst haben. Hat er hingegen ein Wissensproblem (weiß nicht, wie es geht, will es aber lernen)? Dann ist ein DWY-Ansatz die perfekte Antwort, da Sie ihn befähigen.

2. Ihre unternehmerischen Ziele
Wollen Sie hohe Stundensätze und maximale Skalierung durch standardisierte Prozesse? Dann ist ein Fokus auf Productized Services im DFY-Stil oft der direktere Weg. Streben Sie hingegen danach, sich als gefragter Stratege und Berater zu positionieren, der tief in die Unternehmen seiner Kunden eintaucht? Dann bauen Sie mit DWY-Angeboten nachhaltige und extrem loyale Kundenbeziehungen auf.
3. Die Komplexität Ihrer Dienstleistung
Hochkomplexe, technische Dienstleistungen (z.B. die Programmierung einer Schnittstelle) sind oft prädestiniert für das DFY-Modell. Es wäre ineffizient, den Kunden hier tief einzuarbeiten. Strategische Dienstleistungen wie Markenaufbau oder Content-Strategie profitieren hingegen enorm vom DWY-Ansatz, da das tiefe Verständnis des Kunden für den Erfolg entscheidend ist.

Fazit: Die Kunst liegt in der strategischen Kombination
Die starre Trennung zwischen „Done for You“ und „Done with You“ löst sich in der Praxis oft auf. Die erfolgreichsten Agenturen und Freelancer denken nicht in Entweder-oder-Kategorien. Sie verstehen, dass der Schlüssel im Aufbau intelligenter skalierbare Geschäftsmodelle liegt, die beide Welten vereinen. Beginnen Sie mit einem DWY-Workshop, um Vertrauen und Kompetenz zu demonstrieren. Bieten Sie danach eine monatliche DFY-Betreuung für diejenigen an, die den Wert Ihrer Arbeit erkannt haben, aber nun die Umsetzung abgeben möchten. Definieren Sie Ihren Wert, kennen Sie Ihren Kunden und wählen Sie Ihr Servicemodell weise – das ist der Weg zu nachhaltigem Erfolg.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen DFY und DWY?
Bei DFY (Done for You) übernimmt der Dienstleister die komplette Ausführung und liefert ein fertiges Ergebnis. Bei DWY (Done with You) arbeitet der Dienstleister kollaborativ mit dem Kunden zusammen und befähigt diesen zur (Mit-)Umsetzung.
Ist das DFY-Modell immer teurer als das DWY-Modell?
In der Regel ja, da der Dienstleister den gesamten Arbeitsaufwand trägt. Allerdings kann ein intensives DWY-Coaching ebenfalls einen hohen Preis haben, da der Wert im exklusiven Wissenstransfer und der strategischen Begleitung liegt.
Kann man als Agentur beide Modelle anbieten?
Absolut. Es ist sogar strategisch sehr klug, beide Modelle anzubieten, um unterschiedliche Kundenbedürfnisse und Budgets abzudecken. Oft dient ein DWY-Angebot als Einstieg, das zu einem späteren DFY-Auftrag führt.
Für welche Art von Kunden eignet sich das DWY-Modell am besten?
Das DWY-Modell eignet sich hervorragend für Kunden, die proaktiv sind, lernen möchten und interne Kapazitäten für die Umsetzung haben. Sie sehen den Dienstleister als Partner, um ihre eigenen Fähigkeiten langfristig zu verbessern.
Wo ordnet sich "Do It Yourself" (DIY) in diesem Spektrum ein?
DIY (Do It Yourself) steht am anderen Ende der Skala. Hier stellt der Anbieter lediglich die Werkzeuge oder Informationen zur Verfügung (z. B. durch einen Online-Kurs oder ein E-Book), die komplette Umsetzung und Verantwortung liegt beim Kunden.